L A O S

Zusammenarbeit mit der GTZ (www.gtz.de)
(Lao German Technical Cooperation)
Ländliche Entwicklung in Bergregionen von Nord-Laos

   
 


ATCA-Projekte in Zusammenarbeit mit der GTZ seit dem Jahr 2000 in den Provinzen und Distrikten

Provinz Namtha, Distrikte Muang Sing, Muang Long und Nalae,
Provinz Bokeo, Distrikte Nam Nhou und Phaoudom

finanziert mit deutschen, italienischen und japanischen Spenden
sowie meinem gänzlich unbezahlten Einsatz für die Durchführung und Koordinierung dieser Projekte inklusive aller Reisekosten, Verwaltungs- und Bürokosten in Deutschland, wie dies auch für die übrigen ATCA-Projekte in Asien zutrifft


Bau von
Dorfschulen für Akha, Khmu, Tai Lü Volksstämme,
sowie 13 Volksstämmen aus dem Nordosten, dem Grenzgebiet zu Vietnam, die an den Stadtrand von Muang Sing umgesiedelt sind.

Bau von
Grundschulen für Umsiedler* in die Stadt Muang Sing
Bau von
Kindergärten für Khmu (Nalae)
Bau von Schülerwohnheimen für die Kinder aus fernen Dörfern
Bau von Lehrerwohnheimen, denn auch ihre Familien leben oft weit entfernt


Wasserversorgung und sanitäre Anlagen für jede ATCA-Schule

ab 2004: Wasserversorgung für 7 Akha-Dörfer

Akha-Notfonds im Distrikt Muang Sing

Kranken-Nothilfe für Medikamente und Operationen
Schulbeihilfe für die Ärmsten in Form von Heften, Stiften, Kleidung
Decken, Hilfe für Schüler in entlegenen Schülerheimen usw.
Hilfe für bedürftige Lehrer (Nahrungsmittel, Bücher, ab sofort Fahrräder)
Nothilfe für extreme Situationen in den Akha-Dörfern

Hilfe für kleine Bambus-Schulen in Dörfern, wo noch keine Grundschule gebaut werden kann, die Hilfe besteht meist aus Wellblech-Dächern und Schulmaterial



Nalae Krankenhaus-Fonds

Nahrungshilfe für kranke Kinder, inzwischen - soweit möglich - für alle stationär untergebrachten Kranken, warme Decken für die Wintermonate
neues Milchprogramm (Mutter-Kind-Programm) in drei Dörfern als Pilotprojekt, nach drei Monaten wird das Projekt in den Dörfern akzeptiert, es soll nach und nach ausgeweitet werden.

Schulbücher für alle ATCA-Schulen und Grundstufen, für Lehrer und Schüler
Sportausrüstung für alle ATCA-Schulen, z.T. auch auf besondere Anträge von Schulleitern größerer Schulen

Lehrergehälter - wie in vielen armen Ländern, erhalten die Lehrer ihre schon sehr geringen Gehälter mit viel Verspätung, oder nur wenige Monat im Jahr. Die Distriktregierung hat nach Beendigung des Projektes der GTZ ATCA gebeten einige Monate im Jahr einen Teil der Lehrergehälter zu finanzieren. Dies variiert zwischen 12-36 Lehrern für 2-4 Monate jährlich. Bei jedem Schulneubau übernimmt ATCA die Lehrergehälter im ersten und falls möglich, auch das zweite Jahr. Danach werden die Lehrer vom Staat übernommen.

Reishilfe für Schülerheime, für neu umgesiedelte Dorfeinheiten, für Schulen, wo das World Food Programme nicht arbeitet.

NEU:
Umsiedlung der gesamten Waisen-Institution der Bildungsbehörde in Nalae. Dort leben bis zu 188 Waisen in einem alten Bambushaus, um in der für sie zuständigen "Waisen-Schule für indigene Völker" das 4. und 5. Grundschuljahr absolvieren zu können. Sie leben somit fern ihrer heimatlichen Dörfer und erhalten für ihren Lebensunterhalt 9 Dollar während des Schuljahres. Bislang fehlt Trinkwasser, ordentliche Toiletten, eine Küche, ein Gemüsegarten. Was ich sehen konnte glich einer verkommenen Anlage, die nun an anderer Stelle auf besserem Land neu aufgebaut werden soll.
Benötigt wird

eine Grundschule mit 5 Klassenräumen für 200 Kinder
ein Mädchenheim, ein Schülerheim für jeweils 100 Kinder mit Ausstattung, Matten und warme Decken usw.
Lehrerheim, Toiletten, Waschräume, Großküche, Gemüsegarten mit dem Aufbau einer zur Selbstversorgung führenden Landwirtschaft - und vor allem mindestens ein Betreuer-Ehepaar für diese 200 heranwachsenden Schüler und Schülerinnen.


Ein Plan wird derzeit ausgearbeitet.

ATCA stellt jede Art von
Nothilfe für Umsiedler aus dem Hochland in die mittleren Berglagen bis zu 600 m Höhe oder tiefer.

Indigene Völker, früher Nomaden oder Halbnomaden, die sich oft als "Waldmenschen" bezeichnen, leben meist vom Anbau von Bergreis, Mais und Knollenfrüchten. Dies geschieht durch Brandroden immer neuer Anbauflächen, die nach ein- oder zweimaligem Anbau der Natur, dem Wald zurückgegeben werden, d.h. man bewegt sich großflächig und berücksichtigt den Rhythmus der Natur, auch wird immer nur das Buschwerk verbrannt, nicht der Wald, wie man allgemein annimmt. Früher verging eine Generation, bevor dieselbe Familie auf das ursprüngliche Land zurückkehrte. Dies ist schon lange nicht mehr möglich. Heute werden die indigenen Bergvölker beschuldigt, die Wälder zu zerstören. Dass fast ganz Asien massiv abgeholzt wurde, das Hartholz gegen harte Währungen verkauft, das wird generell nicht beim Namen genannt. Den Indigenen Völkern wurden die Zeiten verkürzt, die sie einmal bebautes Land brach liegen lassen dürfen. Vor kurzem noch vier Jahre (anstatt mindestens 15), dann zwei Jahre, bis jetzt das Brandroden in einigen Ländern verboten wurde. Verboten, ohne eine Alternative zu bieten.

Genauso ersatzlos wurde der Anbau von Opium verboten. Den Hochlandbewohnern fehlt somit nun jede Existenzgrundlage, sie werden oder sehen sich gezwungen, ihre Heimat zu verlassen und sich in mittleren Berglagen oder im Flachland anzusiedeln, obwohl sie dort kein Land besitzen.

Dies bedeutet den Tod besonders vieler alter Menschen und Kindern. Hoffnungslosigkeit, Hunger und Verzweiflung treiben vor allem die Männer weiter in die bestehende Opiumabhängigkeit. Viele fallen Malaria-Anfällen oder anderen Krankheiten zum Opfer, die sie im Hochland nicht kannten. Meist fehlt zuerst jeder Zugang zu Trinkwasser, dann zu bebauendem Land. Bereits unterernährt und nicht gesund, verwahrlosen sie sehr schnell. Ich habe solche Dörfer, auch Dorfgemeinschaften auf Wanderung, auf jeder Reise erlebt.



ATCA hilft nicht nur in Projektgebieten der GTZ, sondern auch in anderen neuen Siedlungsgebieten in Gegenden am früheren Ho Chi Minh-Pfad, die seit dem Vietnam-Krieg nicht mehr besiedelt waren, die stark vermint sind und kein gutes Ackerland bieten. ATCA hilft außerdem in christlichen Dörfern ethnischer Gruppen, die besonders benachteiligt und auf die Hilfe von uns Mitchristen angewiesen sind.



Aus der Statistik der GTZ Nordlaos:
 

Projektstand GTZ 1995

Akha-Bergvolk

Laoten

Lebenserwartung

46 Jahre

51 Jahre

Kindersterblichkeit
unter 5 Jahren

26 %

14 %

chronische Unterernährung
unter 5 Jahren

70 %

47 %

männliche Analphabeten

97 %

33 %

weibliche Analphabeten

100 %

57 %

Grundschulbesuch

10 %

72 %



Obwohl der Distrikt Muang Sing aus 68 Akha-Dörfern von insgesamt 103 Dörfern besteht, haben diese keinerlei wirtschaftlichen oder politischen Vorteile. Es war die GTZ, die nach langen Regionalstudien die ethnische Akha-Volksgruppe, und bei dieser die Frauen, als ärmste Volksgruppe in Laos identifiziert hat. Seit 1994 arbeitet sie mutig mit diesen Menschen und kann inzwischen sichtbare Erfolge vorweisen.

Die GTZ hat sich jedoch nicht ausschließlich auf ihre eigenen Mittel und Möglichkeiten beschränkt, wird durch persönlichen Einsatz der GTZ-Team-Leiter auch die Zusammenarbeit mit anderen Regierungsorganisationen gesucht, so wie die japanische JICA, die Deutsche Botschaft in Laos, anderen ausländischen Botschaften, dem World Food Programme der Vereinten Nationen, aber auch von Nichtregierungs-Organisationen wie ATCA.

Den Kontakt zwischen GTZ und ATCA hat Deutsche Botschaft in Vientiane geschaffen.

Von Seiten der Regierung wird diese Zusammenarbeit sehr geschätzt, da der Entwicklungsprozeß dadurch erheblich erleichtert und beschleunigt wird, besonders was die Basis-Gesundheit und die Grunderziehung betrifft, die so frühe Auszeichnung seitens der Provinzregierung nach schon 3 Jahren Projektzusammenarbeit hat dies bestätigt. Diese Basisprojekte haben im GTZ-Nachfolgeprojekt ab April 2004 (Ländliche Entwicklung) keinen so großen Stellenwert mehr. Die neuen Projekte beziehen sich nicht mehr ausschliesslich auf Indigene Völker sondern auf die gesamte Bevölkerung im Norden. Wie zu lesen ist, sollen sämtliche zukünftigen Projekte, einige ab 2004, dann den Wechsel von einer sozialistischen zur marktorientierten Gesellschaft fördern. Projekte sollen "wirtschaftlich" sein, was natürlich bei Indigenen Völkern nicht der Fall sein wird. Deutsche Beraterfirmen übernehmen einen Teil der Projekte.

Die Bergvölker sind jedoch von einer modernen Marktwirtschaft noch fast so entfernt wie Sonne und Mond, und fallen somit wieder zurück an den Rand einer sich rasch modernisierenden Gesellschaft, die für ihre Entwicklung voll auf marktwirtschaftliche Entwicklung setzt. Dazu kommt der enorme Druck der Nachbarländer Thailand, China, Vietnam und Burma. So werden die kleinen Projekte, wie auch unsere von ATCA, in dieser Region und für die indigenen Völker mehr und mehr an Bedeutung gewinnen.
 

Die ATCA-Projekte sind voll von Spenden abhängig

ATCA hat keinen einzigen festen Geldgeber

Diese Spenden kommen voll den Begünstigten zugute


Mein eigener Einsatz wird seit 28 Jahren von mir selbst finanziert, indem ich die Erträge der 40jährigen Auslandstätigkeit und meine Urlaubs- und andere Freizeit dafür genutzt wird.

Ich bin glücklich, dass ich in Laos mit der GTZ in Laos einen Partner gefunden habe, der sich gerade um diese Ärmsten kümmert. Dies ist jedoch bei weitem nicht die Norm, und, wie wir sehen, sind die Richtlinien ab 2004 bereits wieder auf "Marktwirtschaft" ausgerichtet . Ich bin jedoch hoffnungsvoll, auch in Zukunft in anderen Gebieten weitere gute Partner zu finden.



margareta weisser

a t c a international
Partner der Indigenen Völker in Asien


2004